Inhaltsverzeichnis

Archiv

Zuletzt aktualisiert: 30. Januar 2024

Schon einmal von HTTP/2 gehört? Dieses Zauberwort kann für eine bessere Performance von Websites, glücklichere Kund:innen und verbesserte SEO-Rankings sorgen. Websites, welche  HTTP/2 unterstützen, generieren in weiterer Folge mehr Traffic, wodurch Conversion Rate steigt und somit mehr Umsatz erzielt wird. In diesem Artikel werfen wir einen Blick darauf, was hinter HTTP/2 steckt und welche Vorteile sich daraus ergeben.

Wie entstand HTTP/2?

Was ist denn nun eigentlich HTTP/2? Die Version 2 des HTTP-Standards aus dem Mai 2015 ist ein signifikantes Update des Hypertext Transfer Protokolls, welches seit 1991 verwendet wird, um Computer im Internet miteinander zu verbinden. Das zuvor letzte größere Update (HTTP/1.1) war im Jahr 1999 durchgeführt worden. Wenig überraschend hat sich der Content im Internet jedoch seit 1991 radikal verändert – bestanden Websites damals doch hauptsächlich nur aus Text! Stellvertretend dafür auch ein Screenshot der ersten Internetseite aller Zeiten:

Erste Website Internet WWW

Vorteile von HTTP/2

Obwohl HTTP/1.1 nach wie vor verwendet wird, bietet HTTP/2 wichtige Vorteile. Auf die wichtigsten möchten wir nachfolgend eingehen:

Kürzere Ladezeit, kürzere Latenz

Mit HTTP/2 werden seit 2015 erstmals die Veränderungen der letzten beiden Jahrzehnte (Rich Media wie Bilder, Videos usw. bereichern so gut wie jede Website) berücksichtigt und daran gearbeitet, die Kommunikationszeit zwischen dem Client eines Nutzers (PC, Notebook, Smartphone, Tablet) und einem Server zu reduzieren. Das HTTP/2 Protokoll lädt die meisten Webseiten schneller als die früheren HTTP-Standards – egal, auf welchem Device. Auf der Website von Akamai kannst du selbst testen, welchen Unterschied der Support von HTTP/2 im Vergleich mit HTTP/1.1 ausmacht.

Akamai HTTP/2 Test

In unserem Beispiel sorgt HTTP/2 für eine kürzere Latenzzeit (um 88%) und eine kürzere Ladezeit (um 42%) – diesen Test von Akamai gibt es übrigens auch bereits seit 2015.

TPC-Connection

Diese Verbesserung der Ladegeschwindigkeit beim Abrufen von Informationen wird vor allem durch die neue Art der Übertragung begünstigt. Während bei HTTP/1.1 alle Datenpakete einzeln über separate Leitungen abgefragt wurden, ermöglicht HTTP/2 die gleichzeitige Abfrage. Dafür baut der Browser eine dauerhafte TVP-Verbindung zum Server auf. Jede Abfrage, die der Browser nun stellt, bildet einen Stream. Der Server antwortet zeitgleich mit den entsprechenden Daten. Da die Anfragen über eine Verbindung gesendet und auch beantwortet werden können, verbessert sich die Geschwindigkeit der Bereitstellung von Website-Elementen.

Server-Push und Algorithmus

Die Verbesserung der Latenz wird durch den Server-Push erzielt. Dieser sorgt dafür, dass Datenpakete schon verschickt werden, bevor sie überhaupt angefragt wurden. Der Algorithmus im Hintergrund erahnt, dass auf eine aktiv gestellte Abfrage eine weitere folgen wird. Daher wird die Nachricht direkt mitgeschickt und zunächst im Cache abgelegt. So können Websiteinhalte viel schneller geladen werden. Rufen Nutzer:innen nun beispielsweise eine Website auf, so wird mit der Anfrage nicht nur das HTML-Gerüst, sondern auch direkt das CSS mitgeliefert.

Reduzierung des Headers

Header, Payload und Footer bilden gemeinsam ein Hypertext Transfer Protocol. Der Header beinhaltet dabei wichtige Zusatzinformationen, wie beispielsweise die Zieladresse des Datenpaketes. Die eigentliche Information findet sich im Payload, während der Footer ein Kontrollfeld definiert, das die korrekte Übertragung überwacht. In HTTP/1.1 wurde der Header, der mitunter sehr groß sein kann, bei jeder Anfrage erneut mitgeschickt. HTTP/2 komprimiert die Kopfzeile mittels HPACK-Spezifikation – eine schnellere Übertragung sowie die Verringerung der Latenz bei der Datenabfrage sind die Folge.

Priorisierung von Streams

HTTP/2 kann Datenpakete nicht nur parallel abfragen, sondern sie auch nach Wichtigkeit priorisieren. Dadurch werden Streams, die höher gewichtet sind, zuerst an die Browser geschickt. Wichtigere Webseiteninhalte werden so zuerst geladen.

Natürlich gibt es einige Kriterien für Ladezeit und Latenz. Wie groß ist die physische Distanz zwischen Server und Client? Wie schnell ist die Internetverbindung der Nutzer:innen? Auf Basis einer Studie von W3Techs aus dem Juni 2022 verwenden bereits 45.1% der Top-10-Millionen-Webseiten im Internet den Protokollstandard.

Zufriedene Käufer dank HTTP/2

Die gewonnene Geschwindigkeit durch den Protokollstandard kann auch das Online-Einkaufserlebnis deiner Kund:innen beeinflussen. Denn Internetnutzer:innen kaufen mit Vorliebe auf Seiten ein, welche schnell laden und somit keine langen Ladezeiten das Kauferlebnis negativ beeinflussen. Eine Studie von Neil Patel besagt etwa, dass eine 1-sekündige Verzögerung der Ladezeit in einem 7%-igen Verlust von Conversions enden kann. Das klingt nicht nach viel? Dann lieber ein konkretes Beispiel: wenn ein Webshop theoretisch 100.000€ Umsatz pro Tag generiert, dann verliert man durch eine 1-sekündige Verzögerung der Ladezeit über ein Jahr gesehen ganze €2.5 Millionen an Umsatz.

Glückliche Suchmaschinen

Auch Suchmaschinen (also Google und Bing, welche zusammen von 97.2% aller Internetnutzer:innen in Österreich verwendet werden) wollen glückliche Nutzer:innen – also Nutzer:innen, die auf schnellen Webseiten surfen. Google setzte 2018 den nächsten Schritt und machte den mobilen Index zum Primärindex. Das unter Webmastern und SEOs gefürchtete Speed Update wurde im Jänner 2018 auch von Google offiziell angekündigt und im Juli 2018 für mobile Suchanfragen umgesetzt:

Although speed has been used in ranking for some time, that signal was focused on desktop searches. Today we’re announcing that starting in July 2018, page speed will be a ranking factor for mobile searches.

Die Seitengeschwindigkeit ist seither einer der bedeutendsten SEO-Faktoren. Je schneller deine Seite ist, desto weiter vorne wird sie bei Suchmaschinen ranken. Sie wird dementsprechend mehr Klicks erhalten, welche letztendlich in Anfragen (und Conversions) münden.

Ist HTTP/2 auf meiner Website aktiv?

Dies kannst du relativ schnell herausfinden.

  1. Rechtsklick auf irgendeinen Bereich deiner Website
  2. Auf „Untersuchen“ (Chrome) bzw. „Element untersuchen“ (Firefox) klicken.
  3. Zu „Network“ (Chrome) bzw. „Netzwerkanalyse“ (Firefox) navigieren.
  4. Mit der rechten Maustaste auf eine der Spaltenüberschriften klicken und „Protocol“ (Chrome) oder „Protokoll“ (Firefox) aktivieren.
  5. Die Seite vollständig aktualisieren („hard reload“).

Wir haben dies beispielhaft mit unserer Seite gemacht (welche natürlich HTTP/2 unterstützt):

MONOBUNT HTTP/2

Wenn hier nun HTTP/2.0 + h2 angezeigt wird, dann ist alles perfekt, dann werden die Ressourcen deiner Website bereits über HTTP/2 geladen. Wenn dies allerdings nicht der Fall ist, dann hast du Aufholbedarf.

HTTP/2 durch WaaS-Hosting von MONOBUNT

Wenn wir eine Website (oder einen Webshop) für dich aufsetzen, dann ist die Unterstützung des HTTP/2 Protokolls natürlich inkludiert. Die Grundbedingung für HTTP/2 (nämlich ein SSL-Zertifikat) ist bei unseren WaaS-Produkten ebenfalls im Grundpreis inkludiert. Außerdem verwenden wir Cloudflare als HTTP/2 Content Delivery Network, welches dafür sorgt, dass statische Assets (z.B. Produktfotos) schneller geladen werden.

Wenn wir deine WordPress-Seite für Suchmaschinen optimieren (z.B. mit einem Caching-Tool), dann achten wir natürlich auch auf die technischen Unterschiede zwischen Webseiten welche HTTP/1.1 und HTTP/2 verwenden. Beispielsweise im Bezug auf das Zusammenfassen von CSS- und JS-Dateien – welches in ersterer Version als best practice gilt, in zweiterer Version dafür nicht unbedingt empfehlenswert ist.

Wie auch immer – wir wollen uns hier nicht in technische Details verlieren! Denn zusammenfassend geht es darum, dass deine Seite schneller geladen wird, du dadurch mehr Traffic erhältst und in weiterer Folge zu mehr Leads, Conversions und Umsatz kommst. Sieh‘ zu, dass du am Datenhighway des WWW nicht mit veralteter Technik auf der Strecke bleibst. Kontaktiere uns daher noch heute und wir prüfen das Setup deiner Website oder deines Webshops!

Setup-Prüfung anfragen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert


Das könnte dich auch interessieren: